Lkw kommt leer zurück: So viel verliert ein Frachtführer bei 500 km Leerfahrt

Lkw kommt leer zurück: So viel verliert ein Frachtführer bei 500 km Leerfahrt

Lkw kommt leer zurück: Was 500 km Leerfahrt einen Frachtführer kosten

Eine Leerfahrt ist keine „kostenlose Rückfahrt“

Für einen ukrainischen Straßenfrachtführer bedeutet eine Leerfahrt, dass Lkw, Fahrer und Kraftstoff im Einsatz sind, aber keinen Umsatz erwirtschaften. Besonders spürbar wird das Problem auf Rückfahrten: Der Lkw hat seine Ladung zugestellt, doch eine Rückladung ließ sich nicht finden – wegen des ungleichen Bedarfs zwischen den Regionen, eiliger Lieferfristen oder ungünstiger Standzeiten.

Auf einer Strecke von 500 km summieren sich die Kosten schnell. Selbst ohne den möglicherweise entgangenen Frachterlös bezahlt der Frachtführer Diesel, die Arbeitszeit des Fahrers, die Abschreibung von Sattelzugmaschine und Auflieger, Reifen, Service und weitere Betriebskosten. Deshalb sollte man die Frage, wie viel ein Frachtführer durch Leerfahrten verliert, nicht nur anhand der Tankquittung beantworten.

Überschlagsrechnung der Kosten für 500 km

Im Folgenden eine Modellrechnung für einen Fernverkehrs-Sattelzug mit einem tatsächlichen Verbrauch von 28–35 l Diesel pro 100 km. Der Dieselpreis wird mit 95–100 UAH pro Liter angesetzt: Am 17. September 2026 lag der Durchschnittspreis in der Ukraine bei 98,24 UAH/l (Kraftstoffpreise). Der tatsächliche Betrag hängt vom Fahrzeugmodell, dem Gewicht des Fahrzeugs, dem Gelände, Staus, dem Fahrstil und den Streckenbedingungen ab.

KostenpositionRichtwert für 500 km
Dieselkraftstoff13.300–17.500 UAH
Fahrerlohn und Spesen3.000–5.000 UAH
Reifenverschleiß, Wartung, Reparaturrücklage2.500–4.000 UAH
Versicherung, Disposition, Verwaltungskosten1.000–2.000 UAH
Direkte Kosten gesamt19.800–28.500 UAH

Die Verluste können höher sein als die direkten Kosten

Die Summe von 20–29 Tsd. UAH entspricht den ungefähren Selbstkosten einer leeren Rückfahrt, nicht dem gesamten finanziellen Effekt. Hätte man auf diesen 500 km eine bezahlte Ladung mitnehmen können, entgeht dem Unternehmen zusätzlich Umsatz. Genau deshalb hängt die Antwort darauf, wie viel ein Frachtführer durch Leerfahrten verliert, in jedem Einzelfall auch von der Frachtrate ab, die der Markt in Gegenrichtung tatsächlich geboten hat.

  • Bei einer einzelnen Tour kann eine leere Rückfahrt einen erheblichen Teil der Liefermarge „auffressen“.
  • Bei regelmäßigen Leerfahrten steigen die Selbstkosten jedes Vertrags.
  • Eine Rückladung zu finden – selbst zu einer niedrigeren Rate – ist manchmal wirtschaftlicher als eine Fahrt ohne Ladung.

Die praktische Schlussfolgerung: Vor der Abfahrt sollte man die Kosten für das Warten auf eine Ladung, einen möglichen Rabatt auf die Rückfahrt und den Preis der Leerfahrt vergleichen. Für einen Frachtführer sind 500 km ohne Ladung nicht bloß eine logistische Unannehmlichkeit, sondern ein messbares betriebliches Minus.

Woraus sich die Kosten von 500 km ohne Ladung zusammensetzen

Grundannahmen für die Berechnung

Um zu verstehen, wie viel ein Frachtführer bei 500 km Leerfahrt verliert, reicht es nicht, den Kraftstoffverbrauch mit dem Dieselpreis zu multiplizieren. Ein leerer Sattelzug verbraucht zwar tatsächlich etwas weniger Kraftstoff als ein beladener, doch Zugmaschine, Auflieger und Fahrer arbeiten weiterhin eine volle logistische Schicht.

Für ein Richtmodell nehmen wir eine Fernverkehrs-Sattelzugmaschine mit Auflieger, einen durchschnittlichen Leerverbrauch von 29–33 l pro 100 km und einen Dieselpreis von 98 UAH/l. Betrachtet wird eine Inlandsfahrt innerhalb der Ukraine, ohne Wartezeiten an der Grenze und ohne längere Standzeiten. Auf einer internationalen Strecke kann die Summe durch Mautstraßen, Vignetten, Fähren oder zusätzliche Gebühren deutlich steigen.

Ein leerer Kilometer verschleißt das Fahrzeug genauso wie ein beladener, bringt aber keinen Ertrag.

Was 500 km kosten: Berechnung nach Positionen

KostenpositionAnnahmeBetrag für 500 km
Kraftstoff145–165 l × 98 UAH14.210–16.170 UAH
FahrerlohnSchicht, Tagegeld und Lohnnebenkosten3.000–4.500 UAH
Abschreibung, Wartung und ReparaturrücklageVerschleiß von Zugmaschine, Auflieger, Reifen, Schmierstoffen2.500–4.000 UAH
Versicherung und DispositionAnteil der Fixkosten der Fahrt700–1.500 UAH
Maut und Nebenkosten0 UAH bei einer typischen Inlandsfahrt; mehr im Ausland0–3.000 UAH
GesamtOhne entgangenen Umsatz20.410–29.170 UAH

Das ist kein allgemeingültiger Tarif, sondern ein Arbeitsrichtwert für die Planung. Neuere, sparsamere Fahrzeuge, günstigerer Vertragskraftstoff oder eine kürzere Fahrerschicht senken den Betrag. Staus, Umleitungen, winterliche Bedingungen und Reparaturen unterwegs können ihn dagegen schnell erhöhen.

Welche Kosten oft übersehen werden

Der häufigste Fehler: nur den Diesel zu rechnen. Um jedoch die Frage zu beantworten, wie viel ein Frachtführer durch Leerfahrten verliert, müssen indirekte Kosten und der Preis der verlorenen Zeit hinzugerechnet werden: Das Fahrzeug kann in diesem Moment keinen anderen Auftrag ausführen.

  • Standzeit bei der Beladung oder beim Warten auf einen Auftrag;
  • zusätzliche Kilometer zur Tankstelle, Werkstatt oder zum Parkplatz;
  • Provision der Frachtenbörse oder des Disponenten;
  • entgangene Marge aus einer möglichen Rückladung.

Selbst eine Ladung zu einer niedrigeren Rate kann wirtschaftlicher sein als eine leere Rückfahrt, wenn sie die variablen Kosten der Fahrt deckt.

Wie viel ein Frachtführer durch Leerfahrten verliert: Rechenbeispiel für einen Lkw

So berechnet man die Verluste einer leeren Rückfahrt richtig

Die Antwort auf die Frage, wie viel ein Frachtführer durch Leerfahrten verliert, besteht aus zwei Teilen. Der erste sind die direkten Kosten, die das Unternehmen bei der Fahrt ohne Ladung tatsächlich trägt: Diesel, Fahrerlohn, Fahrzeugverschleiß, Reifen, Wartung und Gemeinkosten. Der zweite ist der entgangene Umsatz, den der Lkw hätte einbringen können, wenn sich für den Rückweg eine Ladung gefunden hätte.

Wichtig ist, Umsatz nicht mit Gewinn zu verwechseln. Die Rate pro Kilometer ist das Geld, das potenziell vom Auftraggeber gekommen wäre; ein Teil davon wäre ohnehin für die Durchführung der Fahrt aufgewendet worden. Für die Fuhrparkplanung bedeuten 500 leere Kilometer jedoch sowohl unvermeidbare Kosten als auch eine verpasste Verdienstmöglichkeit.

Drei Szenarien für eine Strecke von 500 km

Die Tabelle zeigt Modellrechnungen für eine Sattelzugmaschine mit Auflieger. Zu den direkten Kosten zählen neben dem Kraftstoff der Fahrerlohn, die Abschreibung, die Reparaturrücklage, die Versicherung und die Disposition. Die Rate in Gegenrichtung ist etwas niedriger angesetzt als für die Hauptfahrt: Auf langen Strecken lag sie in den Frachtangeboten auf SAMO-TRANS im September 2026 bei ≈60–80 UAH/km, und Rückladungen übernehmen Frachtführer oft günstiger. Die konkreten Zahlen hängen von der Strecke, der Fahrzeugklasse, den Konditionen des Kraftstoffvertrags und der Nachfrage nach Frachten ab.

SzenarioVerbrauch und DieselpreisDirekte Kosten für 500 kmRate in GegenrichtungEntgangener Umsatz
Sparsam27 l/100 km × 95 UAH/l≈19.800 UAH50 UAH/km25.000 UAH
Mittel31 l/100 km × 98 UAH/l≈22.700 UAH60 UAH/km30.000 UAH
Kostenintensiv35 l/100 km × 102 UAH/l≈26.400 UAH70 UAH/km35.000 UAH

Was dieses Beispiel zeigt

Im mittleren Szenario kostet eine leere Rückfahrt rund 22,7 Tsd. UAH an realen Betriebskosten. Gleichzeitig entgehen dem Frachtführer etwa 30 Tsd. UAH an potenziellem Umsatz. Wie viel ein Frachtführer durch Leerfahrten verliert, beläuft sich im weiteren betriebswirtschaftlichen Sinne also auf bis zu 52,7 Tsd. UAH an negativem Gesamteffekt: Kosten plus nicht ausgelastete Kapazität.

Diese Summe sollte man nicht mechanisch als bilanziellen Verlust einer einzelnen Fahrt verbuchen, denn entgangener Umsatz ist nicht gleich Reingewinn. Sie zeigt aber deutlich, welchen Preis die Entscheidung für eine Fahrt ohne Ladung hat, und erklärt, warum Frachtführer oft bereit sind, eine Rückladung zu einer niedrigeren, aber wirtschaftlich begründeten Rate zu übernehmen.

Warum Leerfahrten für ukrainische Frachtführer teurer werden

Frachten fließen ungleichmäßig – und die Lkw auch

Hauptursache für Leerfahrten ist das Ungleichgewicht der Frachtströme. In die eine Richtung nimmt eine Region oder ein Land womöglich viel Baumaterial, Lebensmittel, Industriegüter oder Hilfsgüter auf, hat aber nicht genug Waren für den Versand zurück. Die Folge: Die Zugmaschine liefert eine bezahlte Ladung aus, doch auf eine Rückladung muss man warten, sie weit vom Entladeort entfernt suchen – oder man findet gar keine.

Auf dem ukrainischen Markt ist das besonders auf Strecken zwischen großen Logistikzentren, Grenzregionen und Regionen mit unterschiedlicher Wirtschaftsstruktur zu beobachten. So bedeutet etwa die Nachfrage nach Lkw für die Lieferung von Importwaren in die Regionen im Landesinneren nicht immer ein ebenso großes Export- oder Inlandsversandvolumen in Gegenrichtung.

Grenze, Saison und Strecken erhöhen die Kosten des Wartens

Im internationalen Verkehr beginnt die Leerfahrt oft schon vor der Ausreise. Wartezeiten an der Grenze, geänderte Öffnungszeiten der Grenzübergänge, Dokumentenkontrollen und unvorhersehbare Abfertigungszeiten erschweren die Planung. Der Auftraggeber ist womöglich nicht bereit, auf ein Fahrzeug mit ungewisser Ankunftszeit zu warten, und der Frachtführer verliert eine verfügbare Rückladung.

Hinzu kommen Saisonalität und Einschränkungen auf den Strecken. In Zeiten der Ernte, der Konsumnachfrage vor Feiertagen oder hoher Exportaktivität können sich Auftragslage und Raten binnen weniger Tage ändern. Gleichzeitig verlängern Straßenbauarbeiten, Umleitungen, kriegsbedingte Risiken, Verkehrsbeschränkungen und die Notwendigkeit, die Logistik anzupassen, die Anfahrt zum Beladeort.

  • der Lkw verliert nach dem Entladen Zeit bei der Suche nach einem Auftrag;
  • die verfügbare Ladung passt womöglich nicht zum Aufliegertyp oder zur Nutzlast;
  • eine weit entfernte Beladestelle bringt unbezahlte Kilometer mit sich;
  • die Rate in Gegenrichtung kann unter den Selbstkosten liegen.

Der Wettbewerb zwingt zur Wahl zwischen billiger Ladung und Leerfahrt

Wenn es auf einer bestimmten Relation mehr Fahrzeuge als Aufträge gibt, verschärft sich der Wettbewerb. Frachtführer senken die Preise, um nicht leer zurückzufahren, doch eine zu niedrige Rate deckt womöglich nur einen Teil der Kosten. Genau hier wird deutlich, wie viel ein Frachtführer durch Leerfahrten verliert: Eine Leerfahrt schreibt das gesamte Minus auf einen Schlag fest, während eine billige Rückladung zumindest die Kosten für Kraftstoff, Fahrer und Fahrzeugverschleiß senkt.

Die optimale Entscheidung hängt von der konkreten Wirtschaftlichkeit der Fahrt ab. Der Frachtführer muss nicht nur die angebotene Rate vergleichen, sondern auch die Kilometer bis zur Beladestelle, die Wartezeit, das Risiko von Standzeiten und die Wahrscheinlichkeit, später eine lukrativere Ladung zu finden.

Lkw ohne Ladung auf der Rückfahrt

Wie sich Verluste durch Leerfahrten verringern lassen

Die Ladung schon vor dem Entladen suchen

Der wirksamste Weg, Leerkilometer zu reduzieren, ist, die Rückfahrt parallel zur Hauptfahrt zu planen – und nicht erst nach der Zustellung. Disponent oder Fuhrparkinhaber müssen Datum, Entladeort, Aufliegertyp, verfügbare Nutzlast und die akzeptable Wartezeit kennen. So lässt sich im Voraus leichter eine volle Rückladung oder eine Beiladung finden. Ein Beispiel aus realen Frachtangeboten ist die Rundtour Bachmatsch – Wolotschysk – Kamjanez-Podilskyj – Bachmatsch, bei der ein Ortswechsel über nur 125 km den Umsatz pro gefahrenem Kilometer fast verdoppelt: Die Rechnung steht im Artikel über die lukrativsten Lkw-Routen im September.

Dafür nutzt man Frachtenbörsen – etwa die Frachtsuche auf SAMO-TRANS –, den eigenen Kundenstamm, direkte Anfragen bei Speditionen und Fachcommunitys von Frachtführern. Eine Beiladung gleicht die Kosten für 500 km nicht immer vollständig aus, kann aber den Diesel oder den Fahrerlohn decken. Besonders nützlich ist die Konsolidierung für Fahrzeuge, die nach der Zustellung teilweise freien Laderaum haben: Mehrere kleine Sendungen ergeben manchmal eine wirtschaftlich tragfähige Fahrt.

Nicht jede Rückladung lohnt sich

Leerkilometer zu reduzieren heißt nicht, jede Rate zu akzeptieren. Vor der Auftragsbestätigung sollte man die zusätzlichen Kilometer bis zur Beladestelle, die Standzeit, den Kraftstoffverbrauch, das Risiko verspäteter Zahlung und die Eignung des Fahrzeugs für die Ladung durchrechnen. Fährt ein Lkw 80 km leer für eine billige Ladung über 200 km, kann sich der Auftrag als Verlustgeschäft erweisen.

  • legen Sie eine Mindestrate fest, die die variablen Kosten der Fahrt deckt;
  • berechnen Sie die Fahrzeuggestellung und Abweichungen von der Hauptroute gesondert;
  • bieten Sie Kunden einen Rabatt für flexible Ladetermine an;
  • kombinieren Sie regelmäßige Verträge in entgegengesetzte Richtungen;
  • legen Sie eine akzeptable Wartezeit nach dem Entladen fest.

Eine flexible Preisgestaltung ermöglicht es, Rückkapazität günstiger als die Hauptfahrt zu verkaufen – aber nicht unter dem Niveau, ab dem die Fahrt den Verlust vergrößert. Genau dieser Ansatz beeinflusst direkt, wie viel ein Frachtführer durch Leerfahrten verliert.

Routen, Partnerschaften und Telematik machen aus Daten Einsparungen

Partnerschaften mit anderen Frachtführern und Speditionen helfen, Aufträge auf „unbequemen“ Relationen auszutauschen. Ein Frachtführer hat womöglich regelmäßige Sendungen in eine Region, ein anderer stabile Ladung in Gegenrichtung. Gemeinsame Planung reduziert Leerkilometer, ohne dass man eine eigene große Vertriebsabteilung unterhalten muss.

Telematik und TMS-Systeme liefern das tatsächliche Bild: wo das Fahrzeug ohne Ladung fährt, wie viel Kraftstoff es verbraucht, wie lange es steht und welche Relationen die niedrigste Marge haben. Der Vergleich von geplanter und tatsächlicher Route deckt unnötige Umwege, unabgestimmte Gestellungen und systematische Leerrückfahrten auf. Überschreiten die Leerkilometer regelmäßig das geplante Niveau, sollte das Problem nicht durch eine einmalige Ladungssuche gelöst werden, sondern durch eine Überprüfung des Streckennetzes und der Vertragsbedingungen.

Was das für Sie bedeutet: Wie Leerkilometer den Frachtpreis beeinflussen

Warum eine leere Rückfahrt den Lieferpreis beeinflusst

Für den Verlader ist die Frachtrate nicht nur die Bezahlung der Kilometer vom Lager des Versenders bis zur Entladestelle. Der Frachtführer bewertet den gesamten Einsatzzyklus des Fahrzeugs: die Anfahrt zur Beladung, die Hauptstrecke, mögliche Standzeiten und die Wahrscheinlichkeit einer Rückfahrt ohne Ladung. Fehlen auf einer Relation dauerhaft Rückaufträge, wird das Leerfahrtrisiko teilweise in den Preis der Fahrt „in eine Richtung“ eingerechnet.

Deshalb kann dieselbe Entfernung je nach Region, Saison und Frachtbilanz unterschiedliche Raten haben. Lieferungen in Richtungen, in denen sich leicht eine Rückladung findet, sind meist wirtschaftlicher. Auf schwierigen Relationen beeinflusst die Antwort auf die Frage, wie viel ein Frachtführer durch Leerfahrten verliert, unmittelbar das kommerzielle Angebot.

Wer die leeren Kilometer tatsächlich bezahlt

Als Erster spürt der Frachtführer die Kosten: Er bezahlt Diesel, Fahrer, Reparaturen und Fahrzeugverschleiß, ohne für die Rückfahrt Umsatz zu erzielen. Hält das Ungleichgewicht jedoch an, kann er dieses Minus nicht dauerhaft aus der eigenen Marge tragen. Ein Teil der Kosten fließt in den Tarif für den Verlader, dann in die Herstellungskosten und in manchen Fällen auch in den Endpreis der Ware für den Käufer.

Für den Fahrer zeigt sich das Problem in längeren Schichten, Wartezeiten auf Aufträge und einem unsteten Dienstplan. Zugleich darf die Suche nach einer Rückladung nicht zu Verstößen gegen Lenk- und Ruhezeiten oder zu gefährlicher Hektik auf der Straße führen. Einsparungen bei Leerfahrten müssen das Ergebnis von Planung sein, nicht von Überlastung der Besatzung.

Was Sie einen Frachtführer vor der Einigung auf eine Rate fragen sollten

Ein offener Dialog hilft dem Verlader zu verstehen, wofür er bezahlt, und dem Frachtführer, einen realistischen Preis ohne versteckte Risiken anzubieten. Besonders wichtig ist das bei unregelmäßigen Strecken, eiligen Sendungen und Lieferungen in Regionen mit wenigen Rückladungen.

  • ob die Rate die Fahrzeuggestellung und die Leerfahrt zur Beladestelle einschließt;
  • welche Route und Kilometerzahl der Berechnung zugrunde liegen;
  • ob Wartezeit, Beladung, Entladung und mögliche Standzeiten enthalten sind;
  • welche Zuschläge bei Änderung der Adresse, der Gestellungszeit oder des Ladungsgewichts gelten;
  • ob ein flexibles Ladezeitfenster möglich ist, damit der Frachtführer eine Rückfahrt findet.

Für den Leser ist die praktische Schlussfolgerung einfach: Eine niedrigere Rate bedeutet nicht immer eine günstigere Lieferung. Deckt sie die tatsächliche Logistik nicht, steigen die Risiken geplatzter Termine, von Versuchen der Preisnachverhandlung oder sinkender Servicequalität. Wer versteht, wie viel ein Frachtführer durch Leerfahrten verliert, kann einen Tarif realistisch einschätzen.

FAQ: Leerfahrten im Güterverkehr

Was gilt als Leerfahrt und welches Niveau ist normal?

Leerfahrten sind die Kilometer, die ein Lkw ohne kommerzielle Ladung zurücklegt. Dazu zählt nicht nur die leere Rückfahrt nach dem Entladen, sondern auch die Anfahrt zur Beladung, die Fahrt zu einem anderen Kunden sowie zu Parkplatz, Werkstatt oder Grenzübergang. Für den Frachtführer sind das vollwertige Kosten für Kraftstoff, Fahrer und Fahrzeug – aber ohne direkten Umsatz.

Einen einheitlichen „normalen“ Prozentsatz für alle Transporte gibt es nicht. Er hängt von der Relation, dem Aufbautyp, der Saison, der Regelmäßigkeit der Verträge und der Bilanz der Frachtströme ab. Für einen Fuhrpark ist es wichtiger, die eigene Entwicklung zu verfolgen: Wächst der Anteil der Leerkilometer mehrere Monate in Folge, ist das ein Signal, Routen, Kundenstamm oder die Regeln für die Auftragsannahme zu überprüfen.

Darf ein Frachtführer Leerkilometer in den Tarif einrechnen?

Ja, ein Frachtführer darf das Risiko oder die tatsächlichen Kosten von Leerfahrten in der kommerziellen Rate berücksichtigen, sofern der Preis mit dem Auftraggeber vereinbart ist. Meist wird das nicht als eigene Position ausgewiesen: Die Kosten sind bereits im Lieferpreis „von Punkt A nach Punkt B“ enthalten. Bei nicht standardmäßiger Gestellung, weit entfernter Beladung oder Routenänderung können Leerkilometer als gesonderter Zuschlag berechnet werden.

Der Verlader sollte im Auftrag festhalten, was genau der Tarif umfasst: Fahrzeuggestellung, Wartezeit, Beladung, Entladung, Maut, zusätzliche Adressen und zulässige Standzeit. Das verringert das Risiko von Missverständnissen nach Abschluss der Fahrt.

Wie lässt sich prüfen, ob der angebotene Preis gerechtfertigt ist?

Bitten Sie den Frachtführer, die zugrunde gelegte Route, die Gesamtkilometer, den Fahrzeugtyp und die wichtigsten Zuschläge zu erläutern. Es ist sinnvoll, mehrere Angebote zu vergleichen, aber nur unter gleichen Bedingungen: Gewicht und Abmessungen der Ladung, Gestellungsfristen, Anforderungen an die Temperaturführung, Versicherung und Zahlungsmodalitäten. Die günstigste Rate enthält womöglich Kosten nicht, die später als separate Rechnungen auftauchen.

Die Frage, wie viel ein Frachtführer durch Leerfahrten verliert, verlangt von einem Unternehmen nicht, seine gesamte interne Kalkulation offenzulegen. Eine verständliche Erklärung, warum eine Relation eine höhere Rate hat, spricht jedoch für einen transparenten Ansatz. Liegt der Preis deutlich unter den Marktalternativen, sollte man klären, ob darin unrealistische Fristen, verdeckte Einschränkungen oder das Risiko einer Tarifänderung noch während des Transports stecken.

Fazit

Eine leere Rückfahrt eines Lkw über 500 km ist keine Nebensächlichkeit, sondern ein spürbarer Kostenposten. Laut Modellrechnungen können die direkten Kosten für Diesel, Fahrerarbeit, Abschreibung, Reifen, Wartung und Gemeinkosten rund 20–29 Tsd. UAH betragen. Der genaue Betrag schwankt je nach Kraftstoffverbrauch, Dieselpreis, Fahrzeugtyp, Standzeiten, Strecke und Transportbedingungen.

Die direkten Kosten zeigen jedoch nicht das ganze Bild. War für die 500 km zurück eine Ladung verfügbar, entgeht dem Frachtführer zusätzlich potenzieller Umsatz. Deshalb sollte man die Frage, wie viel ein Frachtführer durch Leerfahrten verliert, in zwei Dimensionen bewerten: als reales Geld, das ohne Ertrag ausgegeben wurde, und als verlorene kommerzielle Kapazität des Fahrzeugs. Im mittleren Szenario kann das rund 22,7 Tsd. UAH Betriebskosten plus etwa 30 Tsd. UAH nicht erzielten Umsatz bedeuten.

Für den Verlader erklärt dieser Faktor, warum die Rate für dieselbe Entfernung je nach Richtung unterschiedlich ist. Fällt es dem Frachtführer schwer, eine Rückladung zu finden, fließt das Leerfahrtrisiko in den Preis der Hauptlieferung ein. Für den Fahrer bedeutet das mehr Wartezeit und einen weniger stabilen Dienstplan, für den Endkunden einen Anteil der Logistikkosten im Warenpreis.

Die wichtigste praktische Erkenntnis: Eine Rückladung sollte man schon vor dem Entladen der Hauptladung suchen. Frachtenbörsen, Beiladungen, Partnerschaften zwischen Frachtführern, flexible Zeitfenster und Routenkontrolle per Telematik helfen, den Anteil unbezahlter Kilometer zu senken. Selbst eine Rückfahrt zu einer niedrigeren Rate kann sich lohnen, wenn sie die variablen Kosten deckt und keine zusätzlichen Risiken schafft. Die Wirtschaftlichkeit Ihrer eigenen Fahrt – inklusive Kraftstoff, Fahrer und Leerkilometern – können Sie mit dem Rentabilitätsrechner für Fahrten berechnen.

SAMO-TRANS
SAMO-TRANS17.09.202615 Min. Lesezeit

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